Die 7 größten Fehler bei der Hundeerziehung

Hundeerziehung kann anstrengend sein. Vor allem, wenn etwas nicht so klappen möchte, wie Du es gern hättest. Kommst Du im Training nicht mehr voran, hast Du sehr wahrscheinlich irgendwo einen Fehler gemacht.
Im Folgenden erfährst Du daher alles über die 7 größten Fehler bei der Hundeerziehung sowie Tipps, wie Du sie vermeiden kannst.

Fehler Nr. 1: Inkonsequenz des Halters

Dein Hund braucht klare Grenzen und Kommandos. Er merkt sehr schnell, wenn Du ihm kleinere Vergehen durchgehen lässt. Häufig wird er in Zukunft Deine Grenzen weiter austesten. Inkonsequentes Handeln passiert sehr schnell. Du schickst Deinen Hund in sein Körbchen, aber stattdessen legt er sich auf den Teppich davor. Du sagst das Kommando „Sitz“, aber Dein Hund legt sich hin. An sich nichts Schlimmes, aber solche Fehlerchen summieren sich schnell. Es wird nicht lange dauern, bis Dein Hund Deinen Kommandos kaum noch folgt oder einige sogar völlig ignoriert. Er merkt, dass es Dir nicht so wichtig zu sein scheint, dass er die Kommandos wirklich korrekt ausführt. Wozu soll er sich also die Mühe machen?
Am schlimmsten ist es, wenn Du ihn trotzdem belohnst. Schickst Du Deinen Hund auf die Decke, bekommt er nur ein Leckerli, wenn er auch auf seine Decke geht. Genauso ist es bei allen anderen Kommandos. Reagiere sofort, wenn Du merkst, dass er deine Grenzen austestet. Bestehe darauf, dass er das tut, wozu Du ihn aufforderst.

Fehler Nr. 2: Zu viel mit dem Hund sprechen

Die kurzen Kommandos, mit denen wir unsere Hunde rufen, wirken auf uns manchmal sehr streng und unhöflich. Wir wollen schließlich auch lieber ein „Bitte“ hören. Einen Hund stört das aber nicht. Viel mehr noch: Ganze Sätze, in denen sich irgendwo das Kommando verbirgt, verwirren Deinen Hund nur und lenken ihn ab.
Mit der Zeit stumpfen Hunde, die ständig zugetextet werden, richtig ab. Sie reagieren dann kaum noch auf Sprachbefehle. Um das zu verhindern, solltest Du auf ausladende Gespräche mit deinem Hund verzichten.
Ist es schon so weit gekommen, helfen Pfeifen, Klicker und andere akustische Signale, um Deinem Hund klare Signale zu senden.

Fehler Nr. 3: Häufiges Wiederholen der Kommandos

Dieser Fehler in der Hundeerziehung kann Dir leicht passieren. Rufst Du Deinen Hund ab und er kommt nicht, wiederholst Du den Befehl sicherlich. Kommt noch immer keine Reaktion, rufst Du eben noch mal.
Manche Hundehalter wollen sich dieses Verhalten schön reden. Ihr Hund habe sie wohl nicht gehört, meinen sie. Aber das stimmt nicht. Dein Hund hört Dich sehr wohl. Wenn du aber ständig nach ihm rufst, verliert das Kommando („hier“, „komm“, sein Name, etc.) sehr schnell an Bedeutung. Wirst Du dann auch noch wütend und jagst ihm nach, wird aus dem Kommando auch noch ein Spiel.
Um Deinen Hund sicher abrufen zu können, beginnst Du am besten, das Kommando zu nutzen, wenn er sowieso schon zu Dir unterwegs ist. Dein Hund verknüpft dadurch das Kommando mit dem Laufen in Deine Richtung. Kommt er bei Dir an, belohnst du ihn mit Streicheleinheiten und Leckerlis.

Fehler Nr. 4: Den Hund unter- oder überfordern

Achte darauf, beim Training und Spielen das richtige Maß zu finden. Mit einem restlos über- oder unterforderten Tier wirst Du auch mit der richtigen Hundeerziehung und allen Tipps keine Erfolge erzielen.
Einen unterforderten Hund kannst Du häufig an schlechtem Benehmen erkennen. Dein Hund weiß, dass er keine Schuhe zerkauen darf, aber er tut es trotzdem, wenn er lange alleine ist? Möglicherweise ist ihm langweilig oder er ist frustriert. Auch vermehrtes Bellen und aggressives Verhalten kann eine Folge von Unterforderung sein.
Überforderte Hunde vermeiden womöglich Trainingseinheiten. Sie kommen nur widerwillig zu Dir und wirken schnell erschöpft. Es kann auch sein, dass sie ständig hecheln oder viel schlafen.
Achte auf diese Signale. Gönne Deinem Hund Ruhepausen und laste ihn auf der anderen Seite körperlich und geistig aus.
Was das Lernen von Kommandos angeht, reichen bei Junghunden meist Trainingseinheiten von wenigen Minuten, die du über den Tag verteilst, aus. Ausgewachsene Tiere darfst du ein wenig mehr fordern.

Fehler Nr. 5: Falsche Körpersprache

Hunde und Menschen unterscheiden sich in ihrer Körpersprache. Das kann zu Missverständnissen führen, die uns die Hundeerziehung erschweren. Wir neigen dazu, unseren Hund stur anzusehen, wenn wir ihm ein Kommando geben. Halten wir dabei auch noch ein Leckerli in der Hand, kümmert der Hund sich sowieso nur noch darum. Das können wir uns aber auch zunutze machen.
Um Deinem Hund beizubringen, sich hinzusetzen, führst Du die Hand mit der Belohnung nah an seine Nase heran. Bewege Deine Hand dann etwas über den Kopf deines Hundes. Er wird zurückweichen und sich automatisch hinsetzen, weil er an das Leckerli will.
Soll er sich hinlegen, verfährst Du ähnlich. Idealerweise kennt Dein Hund „Sitz“ schon. Du bewegst das Leckerli nah an seinem Körper nach unten, sodass er ihm folgt.
Rufst Du Deinen Hund von weit weg ab, hilft es ihm, wenn Du Dich dabei bewegst. Ein starr dastehender Mensch in der Ferne wirkt wenig einladend. Winke ihm stattdessen zu.
Auch bei der Hundeerziehung von Welpen oder ängstlichen Tieren ist es wichtig, dass Du Dich an ihrer Körpersprache orientierst. Beuge Dich beispielsweise nicht von oben über Deinen Hund. Du möchtest ihn zwar nur streicheln, aber Dein Hund sieht darin womöglich eine Bedrohung.

Fehler Nr. 6: Falsches Timing für Befehle und Lob

Stell Dir vor, du möchtest Deinem Hund beibringen, Pfötchen zu geben. Er sitzt vor Dir, Du hältst ihm Deine Hand hin und sagst „Pfötchen“ oder „Guten Tag“. Da Dein Hund dieses Kommando noch nicht kennt, schnüffelt er vermutlich zunächst an Deiner Hand. Also ziehst du sie weg und sagst: „Nein, gib Pfötchen“. Dein Hund weiß aber gar nicht, was Du von ihm erwartest. Je öfter Du das unbekannte Kommando wiederholst, desto wahrscheinlicher ist, dass er es falsch verbindet.
Beim Belohnen ist es ähnlich. Dir bleibt meistens nur ein sehr knappes Zeitfenster, in dem du deinen Hund belohnen kannst. Ansonsten ist Dein Hund sich nicht sicher, was er tun soll.
Möchtest Du Deinem Hund beibringen, auf Kommando zu springen? Dann müssen Befehl und Lob erfolgen, wenn Dein Hund in der Luft ist. Puh, das ist eine Herausforderung. Mit einem Klicker oder einem gut getimten „Fein!“ machbar.

Fehler Nr. 7: Übertriebener Welpenschutz

Gerade bei süßen Welpen fällt es vielen Haltern schwer, hart zu bleiben. Der Welpe soll nicht aufs Sofa, aber… Es ist doch so niedlich, wie er dort liegt und kuschelt! Ja, jetzt noch. Wenn dann in ein paar Monaten 60 kg Dogge auf Dir liegen, wirst Du vermutlich anders darüber denken.
Hundeerziehung bei Welpen beginnt am Tag des Einzugs. Das hilft auch Deinem neuen Vierbeiner. Feste Regeln, die von Anfang an gelten, vermitteln Deinem Welpen ein Gefühl von Sicherheit. Darf er sich hingegen zuerst an Annehmlichkeiten gewöhnen, wird er sie später sicher nicht kampflos wieder abgeben.